Die Kristallinjektionsmethode

Die Beseitigung der in die Mauerwerke nach dem Kapilarprinzip eindringenden Grundfeuchtigkeit, was auf das Fehlen der waagerechter Isolation in nicht unterkellerten Gebäuden und der waage - und senkrechten Isolation in unterkellerten Gebäuden zurückzuführen ist, bleibt das wichtigste technische Problem bei der Renovierung von Bauobjekten. Besonders stark ist dieses Problem auf Landesgebieten hervorgetreten, die 1997 durch Überschwemmungen heimgesucht wurden.Eine Abhilfe bei der Trocknung von Bauwerken bietet die Lösung von Dr. Wojciech Nawrot von der Technischen Militärakademie in Warszawa. Diese auf den wichtigsten Weltausstellungen für Innovationen mehrmals ausgezeichnete Erfindung betrifft genau dieses Problem. Ihr Wesen besteht in der Bildung einer Isolierschicht durch Kristalisierung wasserunlöslicher Mineralien in den Porenund Kapilaren des Baumaterials.

Das Kristallinjektionsverfahren hat mehrere Vorteile: es ist zweifellos die preiswerteste Methode der Mauertrocknung, die in Polen angewandt wird, umweltfreundlich und sehr einfach in Anwendung. Sie basiert auf Mineralpräparaten, die hierzulande aus hiesigen Rohstoffen hergestellt werden, und bringt um so bessere Effekte, je feuchter die Mauer ist. Deshalb werden unmittelbarvor der Einspritzung des Mfttels die Injektionsöffnungen in der Mauer zusätzlich befeuchtet. Die auf diese Weise gebildete minerali sche Feuchtigkeitssperre ist praktisch zeitlich unbegrenzt haltbar; der Bildung dieser Sperre liegt die seltsame Erscheinung der Selbstorganisierung der Kristalle zugrunde. Das Kristallinjektionsverfahren kann man zur Bildung senk- und waagerechter Isolierschichten von der Innenseite der Gebäude verwenden, ohne die Außenmauern frefmachen zu müssen. Es ist für alle Objekte geeignet, unabhängig von der Art des Mauermaterials, der Mauerstärke, dem Feuchtigkeits-und dem Versalzungsgrad.

Waagerechte Isolierschichten stellt man folgendermaßen her:

1. Die Bohrung von Injektionsöffnungen erfolgt in einer Linie, parallel zum Fußboden. Die Öffnungen mit 20 mm Durchmesser werden mit einer Schlagbohrmaschine in Abständen von 10-15 cm je nach Versalzung der Mauer gebohrt.

2. Vor der Einspritzung des Injektionsmittels werden die Injektionsöffnungen mit Wasser befeuchtet. Zu diesem Zweck richtet man in die Öffnung einen Wasserstrahl, der außer Befeuchtung die nach der Bohrung gebliebenen Reste des Mauermaterials wegspült, die die Penetration des Injektionsmittels verhindern könnten. Das Wasser kann von einer Injektionspumpe unter Druck eingespritzt werden.

3. Nach etwa 30 Minuten nach der Befeuchtung wird in die Öffnungen das Injektionsmittel gravitativ eingeführt. Das Mittel besteht aus Portlandzement, einem Siliziumaktivator und Wasser in entsprechenden Proportionen. Während der Injektion soll diese Mischung eine Konstistenz haben, die Selbstnivellierung ermöglicht, und sich aus dem Gefäß in Loch von 2 cm Durchmesser leicht einfüllen lassen. Die einzuführende Menge entspricht jeweils dem Fassungsvolumen der Öffnung. In diesem Verfahren dient das Injektionsmittel zugleich zur Schließung der Öffnungen. Nach der Injektion kann man die Öffnungen zusätzlich abschließen, und zwar mit demselben Mittel, jedoch mit dichterer Konsistenz.

4. Die Injektionsmischung wird direkt vor dem Gebrauch zubereitet; die Verarbeitungszeit beträgt 30 Minuten nach Wasserzugabe.

Die vertikale Isolation wird ähnlich ausgeführt. Die Injektionsöffnungen bohrt man auf gleiche Weise wie bei der waagerechten Isolation; der Unterschied besteht darin, daß die Öffnungen auf der Höhe der zu isolierenden Wand verteilt werden. In der Außenmauer wird ein Netz von Öffnungen in Abständen von 20 cm vertikal und horizontal gebohrt. Bei einer überdurchschnittlich großen Versalzung der Mauer sollen die Abstände 15 cm betragen. Den Aktivator für die Injektionsmischung bereitet der Autor des Patents Dr. Wojciech Nawrot zu. Die Zusammensetzung des Aktivators hängt von der Mauermaterial und -versalzung ab.

Seit Juli 1987 wurden in Polen und im Ausland mehr als 7000 Objekte getrocknet. Auf Grund von Patentlizenzen arbeiten 134 polnische und 16 ausländische Firmen. Das Verfahren wurde u.a. im Nationaltheater in Warszawa, dem Geburtshaus Chopins in Zelazowa Wola, der Feldkathedrale der polnischen Armee und dem Gebäude des Oberkommandos der Kriegsmarine in Gdynia eingesetzt.

Die Kristallinjektionsmethode wurde auf den Weltausstellungen für Erfindungen in Brüssel, Genf, Pittsburg, Peking, Casablanca und Nürnberg mit sechs Goldmedaillen ausgezeichnet. Die Weltorganisation der Erfinder hat diese Bestleistung wahrgenommen; auf ihren Antrag wurde der Autor des Verfahrens vom König der Belgier mit einem Ritterkreuz dekoriert. Die Feierlichkeit fand am polnischen Nationalfeiertag am 11. November 1997 in Brüssel statt. Unabhängig von den zahlreichen internationalen Auszeichnungen sind dem Schöpfer einheimische Preise zuerkannt worden: des Ministers für Kultur und Kunst, des Vorsitzenden des Komitees für Wissenschattliche Forschungen, des Verteidigungsministers und des Präsidenten von Warschau (die Medaille zum 400. Jahrestag der Hauptstadt Warszawa).

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